Hintergrund

Guatemala ist eines der landschaftlich schönsten, aber auch ärmsten und am stärksten von Gewalt geprägten Länder Mittelamerikas. Ein Land mit blutiger Vergangenheit: Der Bürgerkrieg wütete 36 lange Jahre. 200’000 Menschen wurden ermordet. Für die meisten dieser Verbrechen sind staatliche Sicherheitskräfte verantwortlich. Achtzig Prozent der Opfer waren Indígenas vom Volk der Maya. Das Ende des Bürgerkriegs 1996 brachte dem Land zwar Frieden, aber weder die politische Stabilität noch den erhofften Wohlstand.

Guatemala leidet heute unter weit verbreiteter Korruption, zunehmender Kriminalität und steigender Arbeitslosigkeit. Noch immer lebt über die Hälfte der Guatemalteken unter der Armutsgrenze. Noch immer ist die Ungleichheit zwischen der armen, vorwiegend indigenen Bevölkerungsmehrheit und der kleinen reichen Oberschicht massiv. Das zeigt sich nicht zuletzt bei der medizinischen Versorgung. Während sich die einen in modernen Privatkliniken behandeln lassen, ist eine ärztliche Konsultation für die anderen ein unerschwinglicher Luxus.

Für 300’000 Menschen steht nur ein staatliches Spital zur Verfügung. Die Zustände in den wenigen Spitälern sind oft menschenunwürdig. Es fehlt an allem: an Medikamenten, Material, Geräten, Personal. Aber die Kosten einer Behandlung im Spital können sich die Guatemalteken in den ländlichen Gebieten sowieso nicht leisten. So leiden unzählige Menschen an Krankheiten, die leicht geheilt werden könnten, wenn finanzielle Mittel zur Verfügung stünden. Viele Mütter und ihre Neugeborenen sterben, weil die medizinische Hilfe zu spät kommt oder unbezahlbar ist. Guatemala gehört zu den Entwicklungsländern mit der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeit.

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